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Einleitung

Kunststoffrecycling - "Die Quadratur des Kreises"

2008.12._crude_oil.jpgWir ersetzen Stahl, Glas, Holz und andere Werkstoffe durch Kunststoffe (Tendenz steigend) und Europa allein produziert bereits 50 Millionen Tonnen pro Jahr. Obwohl unsere Deponien an ihre Grenzen stoßen, vergraben und verbrennen wir immer noch 80% des gesammelten Kunststoffabfalls. Die Recyclingquote bezogen auf das Produktionsvolumen liegt unter 10% laut APME Statistik und aus den letzten 14 Jahren von 1993 bis 2006 befinden sich noch zirka 280 Millionen Tonnen Kunststoff im Umlauf.
Alle Resourcen sind endlich und eine Kontrolle über Energie, Wasser und Abfall garantiert Profite für die Zukunft auf Grund der Abhängigkeit von Ländern, ihrer Bürger und Regierungen. Der Ölpreis erklomm unbekannte Höhen und trotz hoher Recyclingquoten der EU Kommission steigen eher die Exporte von Kunststoffen zweiter Wahl nach Fernost als regionales Recycling, obwohl die „Baseler Konvention“ zur grenzüberschreitenden Verbringung gefährlicher Abfälle (die auch für Kunststoffabfälle gilt) seit 1993 rechtsverbindlich ist.

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Wo bleiben eigentlich die riesigen Kunststoffmengen?
                                  .... oder „Der Letzte macht die Erde sauber!“

Deutschland ist ein sehr umweltbewußtes und ideales Land, um mit Abfall reich zu werden. Rund 40 Milliarden Euro werden jährlich mit 25 Millionen Tonnen Abfall umgesetzt und nach Schätzung von Experten werden etwa sieben Millionen Tonnen Abfälle jährlich illegal in ehemaligen Gruben oder Tagebauen entsorgt.

trash_vortex.jpgTrotz Schutzmaßnahmen gehört die Deutsche Bucht laut Meeresbiologen der Universität Kiel zu den am stärksten mit Müll belasteten Regionen der Nordsee. Von  180 toten Vögeln, die entlang der deutschen Küste gefunden und untersucht wurden, hatten fast alle (93%) Plastikmüll im Magen.
Oceana schätzt, daß weltweit jede Stunde 675 Tonnen Müll direkt ins Meer geworfen wird, die Hälfte davon ist Plastik. Da nicht jeder Kunststoff schwimmt, geht man davon aus, daß 70% auf den Boden sinkt.
Im Pazifischen Ozean existiert bereits ein Müll-Strudel, dessen Größe auf zirka 1.400.000 km2 geschätzt wird, was etwa viermal der Größe von Deutschland entspricht und eine Masse von zirka 100 Millionen Tonnen umfaßt.  Animierter Strudel: Greenpeace

Kunststoffteile werden im Wasser durch Sonneneinstrahlung und Wellenbewegungen allmählich fein zu Pulver gemahlen. Wenn das Pulver fein genug ist, wird es sogar von Zooplankton aufgenommen werden und kann damit in der Nahrungskette aufsteigen. Der Sand am Strand von Plymouth, UK besteht zu 5 – 10% aus Plastik.

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Kabelverbrennungsstadt Guiyu, China.
© Basel Action Network 2008
70% aller Computer, Fernseher, Handies und anderer Elektronikschrott werden bereits zum Recyceln nach China exportiert. Zusätzlich werden tausende Tonnen giftiger Elektronikschrott aus Europa und den USA - oft illegal - in Länder wie Ghana verschifft, um Metalle billig zurückzugewinnen. Nicht verwertbare Teile wie Plastikgehäuse und Kabel werden verbrannt oder weggeworfen und belasten die Umwelt. 

Die CreaCycle GmbH wurde 2002 gegründet, um gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut IVV CreaSolv®-Recyclingprozesse zu entwickelten, die einen Einsatz der zurückgewonnenen Kunststoffe in ihren ursprünglichen Anwendungen erlauben.
Führt man sich allerdings das oben beschriebene Desaster vor Augen, dann wird klar, daß wir vielleicht viel zu spät kommen und daß der Kunststoff, obwohl erst seit zirka 50 Jahren im Einsatz bereits unsere Ozeane und Strände gravierend und vielleicht unumkehrbar kontaminiert hat.

Es ist höchste Zeit etwas zu tun!

Wir werden immer mehr Handys, Computer und elektronische Geräte produzieren und diese immer öfter auswechseln, weil sich der Stand der Technik immer schneller verbessern wird und wir überall erreichbar und auf dem neuesten Stand sein wollen.
Für diesen Fortschritt braucht es neue wegweisende Recyclingtechnologien wenn wir nicht am Ende unfreiwillig unseren eigenen Kunststoffabfall verspeisen wollen.

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