
| Elektro(nik)schrott heute |
Kunststoffgehäuse werden in Guiyu, China im Freien verbrannt, um an die Metalle zu kommen.
© Basel Action Network 2008 Die Elektro(nik)schrottmengen steigen stetig. Dieser Abfall enthällt zirka 20% Kunststoffe, die hauptsächlich aus hochschlagzähem Polystyrol (HIPS) und Acrylnitrilbutadienstyrol (ABS) bestehen. Der Zusatz von Flammschutzadditiven (in der Regel bromierte organische Verbindungen, die bei thermischer Belastung - also auch beim Extrudieren - zu hochtoxischen Spaltverbindungen reagieren können) verhindert das klassische Kunststoffrecycling mittels Umschmelzen (Regranulieren), da dieses weitere Zerfalls-Reaktionen noch fördern würden. Aus diesem Grund werden zirka 70% des Elektronikschrotts aus Europa und den USA nach China exportiert, da dort "High-Tech" Recycling und energetische Verwertung ohne behördliche Auflagen möglich ist.
Zirka 50.000 Tonnen Kunststoffabfälle müssten darum in Deutschland jährlich aufwendig rückstandsfrei verbrannt werden - nur weil sie 250 g toxische Abbauprodukte enthalten. Seit 1993 werden darum in Europa nur noch bromierte Flammschutzadditive eingesetzt, die keine hohen Dioxan-Furan Konzentrationen erzeugen. Dieser positive Effekt wird allerdings durch Elektro/Elektronik-Importe aus Asien zunichte gemacht, da diese weiterhin problematische Flammschutzadditive favorisieren und einsetzen. Da Kunststoffabfallsammler leider nicht zwischen Produktionsjahr oder Produktalter differenzieren können und eine Unterscheidung zwischen Europäischer und Asiatischer Produktion ebenfalls nicht möglich ist, müssen diese Kunststoffe auch weiterhin teuer verbrannt werden. Dazu kommt, daß der Buntmetallanteil in Elektrogeräten sinkt und damit die Haupteinahmequelle der europäischen Elektronikgeräte-Recycling Industrie, die keine Recyclingtechnologie für die steigenden Kunststoffmengen hat.
Das Dilemma Gerade hier schafft der CreaSolv® Prozess des Fraunhofer Instituts IVV und der CreaCycle GmbH Abhilfe, da die Flammschutzadditive und deren toxischen Spaltprodukte im CreaSolv® verbleiben. Letztere werden dann isoliert und getrennt entsorgt oder recycelt. Die eventuell noch im Kunststoffrezyklat verbleibenden Restadditive oder toxischen Spaltstoffe liegen deutlich unter den zulässigen Grenzwerten. Wenn man ökonomisch und ökologisch (Verbrennung = CO2 = Treibhauseffekt) sinnvoll handeln möchte, ist dies der richtige Weg, da die hergestellen Rezyklate mit ihren mechanischen Kennwerten durchaus mit dem Referenz-Ausgangsmaterial mithalten können.
Ansprechpartner am Fraunhofer Institut IVV:
Wichtige Richtlinien:
Download: EU Richtlinie 2002/96/EG - WEEE Weitere Informationen:
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